Donnerstag, 22. Hornung a.U. 159

GEDENKET UNSERER MIT NACHSICHT – Bert Brecht — (fast)

Bert Brecht 1954 webDer Dramatiker und Lyriker Bert Brecht lebte in dunklen Zeiten und sinnierte in einem Gedicht über die Zeit, die ihm gegeben war. Die Nazis verbrannten seine Bücher, und seine deutsche Staatsbürgerschaft wurde ihm aberkannt. Als er wegen Hochverrats angeklagt wurde, konnte er einer Verurteilung nur durch die Flucht über Prag, Wien, Zürich, und Paris nach Dänemark und später in die USA bis zum Kriegsende entgehen.

Trotz allem beklagt er sich in seinem Gedicht „An die Nachgeborenen“, dass er nicht denen, die es noch schlechter hatten, helfen konnte. Und uns, den später geborenen und in einem vergleichsweise besonders günstigen Zeitfenster Lebenden, ermahnt er mit den Worten: „Gedenkt, wenn ihr von unseren Schwächen sprecht, auch der finsteren Zeit, der ihr entronnen seid.“

Und am Schluss des an uns gerichteten Gedichts schreibt er uns ins Stammbuch: „Ihr aber, wenn es soweit sein wird, daß der Mensch dem Menschen ein Helfer ist, gedenkt unsrer mit Nachsicht“ – also fast, aber nur fast – identisch mit unserem Sippungsthema.

(Der  Netzvogt ist als Mitglied der Kontrollinstanz OR keineswegs unschuldig! Gedenkt seiner — und des OR — mit Nachsicht!)
UHU der Haidelberga (53)